Die Tiwag-Tochter Tigas senkt, wie berichtet, mit 1. April die Gaspreise für die etwa 75.000 Tiroler Tarifkunden. Mit der Senkung um 0,56 Cent je Kilowattstunde erspart sich ein Durchschnittskunde (Jahresverbrauch 15.000 kWh) rund 85 Euro, die Preise liegen damit etwas unter jenen vor der Erhöhung mit 1. Jänner.
Billiger wird es auch für die Lenker von Gasautos: Die Preise an den Gas-Tankstellen sinken um 6% auf 74,9 Cent bzw. 76,7 Cent an Autobahn-Tankstellen. Der Einbau von Erdgas-Brennwertgeräten wird mit 600€ (bisher 300€) gefördert, der Ankauf von Gasautos für Private mit 250€, für Gewerbebetriebe mit 500 € und für Taxiunternehmen mit 750 €.
Ausbau fast abgeschlossen
Derzeit sind laut Tigas 130 Tiroler Gemeinden ans Gasnetz angeschlossen, der Ausbau ist mit der Erschließung bis nach Landeck, im Zillertal bis Mayrhofen, im Wipptal bis Steinach und im Bezirk Kitzbühel bis Hochfilzen und Jochberg praktisch abgeschlossen. Kommen soll nun eine zusätzliche Anbindung an die Ferntransportschienen Brennerleitung und Tauerngasleitung. Im Jänner wurde in Tirol mit 40,4 Mio. Kubikmetern Gas ein neuer Rekordwert erreicht.
Die 5.000ste Autogas-Tankstelle Deutschlands wird im nordrhein-westfälischen Oelde eröffnet. Damit verfügt dann fast jede dritte Station hierzulande über eine Autogas-Zapfsäule. Die Jubiläums-Station, auf halber Strecke zwischen Bielefeld und Dortmund, gehört zur Westfalen AG und liegt in unmittelbarer Nähe zur Autobahnab- und auffahrt Oelde an der A2. Pächter Frank Lemke zeigte sich von der Wahl durch das AutoGas Journal hoch erfreut. Die Station verfügt über alle gängigen Kraftstoffsorten und wird am kommenden Samstag, dem 21. März, Autogas dazubekommen. Eröffnet wird sie von Wolfgang Frisch-Albert, Vorstandsvorsitzender der Westfalen AG, im Beisein von Dr. Martin Steffan, Chefredakter des AutoGas Journals.
Für alle Autogasfahrer gilt dann nach der feierlichen 20-minütigen Eröffnung durch um 11 Uhr an diesem Tag: Eine Stunde Tanken für lau. Ab zirka 12.20 Uhr wird der Kraftstoff bis 17 Uhr immerhin noch für 50 Cent pro Liter günstig verkauft.
Hierzu begleitend nimmt die Westfalen AG die Ernennung der Tankstelle zum Anlass, ein tolles Fest für alle Interessenten und Freunde des europäischen Alternativkraftstoffes Nr. 1 auszurichten. Schirmherr ist auch hier das AutoGas Journal.
Neben mehreren Ausstellern, von der Gunnar Adam Services GmbH (Prins-Autogasanlagen), über Beresa, dem zweigrößten Mercedes-Händler Deutschlands, bis hin zum Autogas-Hochschulforschungsprojekt CO2-100minus, soll Information, Spaß und Erfahrungsaustausch mit anderen Autogas-Fahrern nicht zu kurz kommen.
Spätestens seit die Benzin- und Dieselpreise Achterbahn fahren, sind mit Gas betriebene Autos für viele Autokäufer eine Überlegung wert. Die deutlich niedrigeren Gaspreise an den Tankstellen und der geringere Schadstoffausstoß machen neugierig. Gasautos gelten als technisch recht zuverlässig, das Angebot der Automobilhersteller und Umrüster wird immer vielfältiger.
Wer sich dem Thema unbefangen nähert, merkt schnell: Gas ist nicht gleich Gas. Es gibt Motoren, die Erdgas, und solche, die Autogas verbrennen. Das Erdgas (als Compressed Natural Gas, kurz CNG, bezeichnet) kommt entweder aus der Pipeline oder wird aus Pflanzenresten industriell erzeugt. Autogas hingegen besteht aus den gasförmigen Rückständen der Benzin- und Dieselproduktion. Diese Kohlenwasserstoffe werden unter Druck verflüssigt, weshalb man Autogas auch als LPG (Liquified Petroleum Gas) bezeichnet.
Die Motoren moderner Gasautos sind in der Regel bivalent ausgelegt. Das bedeutet, dass sie sowohl Gas - entweder Erdgas oder Autogas - als auch Benzin verbrennen können. Entsprechend haben sie zwei verschiedene Kraftstofftanks. Gestartet wird der Motor mit Benzin, erst bei Betriebstemperatur wird - für den Fahrer fast unmerklich - auf Gas umgeschaltet. Zwei Kraftstofftanks an Bord sind auch deshalb empfehlenswert, weil Gastankstellen bisher noch vergleichsweise dünn gesät sind. In Deutschland hat Autogas mit fast 4800 Zapfstellen gegenüber etwa 830 Erdgas-Tankstellen die Nase vorn. Auch bei den europäischen Nachbarn ist Autogas deutlich weiter verbreitet.
Bei Umrüstung eines Gebrauchtwagens ist Autogas die kostengünstigere Variante
Wer einen Neuwagen mit Gasantrieb kaufen will, ist mit Erdgas besser bedient, da zahlreiche Autohersteller Erdgasfahrzeuge ab Werk anbieten. Autogasanlagen werden in der Regel nachgerüstet, Neuwagen sind selten. Will man ein vorhandenes Fahrzeug auf Gasantrieb umrüsten, ist Autogas die weitaus kostengünstigere Technik. Ein Umrüstsatz ist für 2000 bis 2500 Euro zu haben und wird in Fachwerkstätten eingebaut. Manche Automobilhersteller werben sogar für die Neuwagen-Umrüstung zum Nulltarif. Die Erdgasumrüstung ist mit 2500 bis 4500 Euro viel teurer, da der deutlich höhere Betriebsdruck druckfestere Tanks und Leitungen erfordert. Ein Praxistipp: beim örtlichen Gasversorger nachfragen, ob er den Kauf von Erdgasautos finanziell unterstützt. Die Furcht vor explodierenden Gastanks ist bei beiden Techniken unbegründet, wie aktuelle Crashtests von Tüv und ADAC belegen. Selbst das Einstellverbot für Gasfahrzeuge in Tiefgaragen ist mittlerweile aufgehoben. In den neuesten Erdgasmodellen wie VW Passat TSI Ecofuel oder Opel Zafira Ecoflex Turbo arbeiten jetzt Turbomotoren, die das fehlende Temperament früherer Erdgasfahrzeuge weitgehend vergessen machen.
Tankvorgänge gehen bei Autogas etwas schneller vonstatten als bei Erdgas. Weil die Tankstutzen sich unterscheiden, besteht keine Verwechslungsgefahr. Wer mit einem Autogasfahrzeug ins Ausland fährt, sollte unbedingt einen Satz Adapter dabeihaben, da in Europa nicht weniger als drei verschiedene Tankstutzen gebräuchlich sind.
Es gibt keinen Königsweg zum richtigen Kraftstoff
Bei der Energiebilanz und den CO2-Emissionen von der Gewinnung bis zum Auspuff schenken sich beide Kraftstoffe fast nichts. Die Betriebskosten von Erdgasautos sind nach Berechnung der Stadtwerke Magdeburg etwa 15 Prozent günstiger als die von Autogasautos.